Schüler-Ferien-Workshop „GPS statt Steine schleppen“

„Auf dem Bau brauchst du Kraft – und nicht Köpfchen.“ Das ist eines der Vorurteile, mit dem die Baubranche noch immer zu kämpfen hat. Dabei hat die Digitalisierung der Arbeitswelt gerade am Bau große Auswirkungen. Dies praktisch erfahrbar für Schülerinnen und Schülern zu machen ist das Anliegen der W. Hundhausen Bauunternehmung: Dass die modernen Bauberufe auch intellektuell anspruchsvoll sind, davon konnten sich jetzt sechs Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 18 beim Ferien-Workshop „GPS statt Steine schleppen“ überzeugen. Am 21. und 22. August erhielten die Realschüler und Gymnasiasten am PC und vor Ort auf einer Baustelle erste Eindrücke in dieses interessante Berufsfeld.

 Tag eins begann mit der Begrüßung der Schülerinnen und Schüler am Unternehmenssitz an der Bäckerstraße in Siegen-Weidenau. Ein Azubi stellte den Teilnehmern seinen Ausbildungsberuf vor – der Kontakt auf Augenhöhe sollte den jungen Leuten die Scheu vor Fragen nehmen. Es folgte eine Exkursion zu einer Tiefbau-Baustelle, an der die Schüler selbst aktiv werden konnten: Mithilfe von GPS-Messstäben vermaßen sie einen Teilbereich der Baustelle, um später mit diesen Daten ein digitales 3D-Modell erstellen zu können. Neben der Vorstellung verschiedener Berufszweige und Karrierewege im Baugewerbe – von der Ausbildung zum Tief- oder Straßenbauer bis hin zum Dualen Studium – ging es auf der Baustelle zum Beispiel auch um die Frage, wie digital gesteuerte Baugeräte bereits heute arbeiten.  

 Der zweite Workshop-Tag fand dann im Aus- und Weiterbildungszentrum AWZ Bau in Kreuztal-Fellinghausen statt: In den Räumen des Projektpartners konnten die Teilnehmer ihre gewonnenen Daten in ein 3D-Zeichenprogramm einpflegen und so ein digitales Modell der Tiefbau-Baustelle erstellen. „Mit dem Workshop wollten wir vor allem auch zeigen, dass wir bei der täglichen Arbeit sehr moderne Techniken einsetzen, und dass Ausbildung 4.0 und Industrie 4.0 in allen Bauberufen stattfinden“, sagt Hundhausen- Ausbildungsleiter Daniel Wirth, der den Workshop zusammen mit dem dualen Studenten Steffen Leidner organisiert hatte. Der Workshop ist eine Maßnahme des zdi-Zentrums Regionalinitiative MINT Siegen-Wittgenstein, in dem sich regionale Akteure aus Wirtschaft und Politik sowie verschiedene Bildungseinrichtungen zusammengefunden haben, um das Interesse an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu erhöhen.

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