Vorhängeschlösser und Bügelschlösser - die Klassiker unter den Garagenschlössern

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Vorhängeschlösser, auch Bügelschlösser genannt, bieten eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten, beispielsweise auch an Garagentoren mit zwei Torflügeln. Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Größen, je nach Einsatzbereich und notwendigem Sicherheitsstandard auch mit verschiedenen Schließmechanismen. Neben dem Gebrauch als Fahrradschloss, zum Verschließen von Spinden und für das Sichern von kleineren funktionalen Gebäuden und Räumen, werden Vorhängeschlösser auch als Garagenschlösser benutzt. Abhängig von Verarbeitung und Schließweise variiert ihr jeweiliges Sicherheitsniveau und ihre Beständigkeit. Aber haben Vorhängeschlösser noch ihren Platz in der Sicherungstechnik von modernen Garagen? Bevor dieser wichtigen Frage nachgegangen wird, wird im Folgenden erklärt, welche Arten von Bügelschlössern oder Vorhängeschlössern es gibt, wie sie funktionieren und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Wie funktionieren Bügelschlösser und welche Arten gibt es?

Das Prinzip aller Bügelschlösser ist im Wesentlichen das Gleiche: Ein metallener, massiver Schlosskörper ummantelt den eigentlichen Schließmechanismus. In diesen Metallkörper wird ein ebenfalls metallener Bügel eingelassen und durch den Mechanismus im Inneren fest verschlossen. Der Bügel versperrt beispielsweise die beiden Türen einer Schwingtor-Garage. Der Schlosskörper sollte in jedem Fall robust genug sein, um einerseits der Witterung zu widerstehen und andererseits das eigentliche Schloss vor Fremdeinwirkung zu schützen. Allerdings sind die meisten Bügelschlösser trotzdem nicht komplett vor eindringendem Wasser oder Staub geschützt, so dass sie von Zeit zu Zeit an einer Garage gegen ein neues Schloss ausgewechselt werden sollten. In jedem Fall spätestens dann, wenn festgestellt wird, dass das Schloss Schwierigkeiten beim zuverlässigen Schließen macht. In der Fülle der verschiedenen Arten von Bügelschlössern kann man am besten zwischen ihren jeweiligen Abschließmechanismen unterschieden:

  1. Bügelschlösser, die durch einen Schlüssel auf- und zugesperrt werden
  2. Zahlenschlösser, die mit einem Zahlencode gesperrt werden, der über mehrere Zifferrädchen eingestellt wird
  3. Moderne Schlösser, die nur mit dem richtigen, elektronischen Chip geöffnet werden können

Zahlenschlösser kommen völlig ohne Schlüssel aus, sofern man sich an den richtigen Code, meistens aus einer Folge von drei bis fünf Ziffern bestehend, erinnern kann. Sie gelten als eine sehr sichere Variante, da sie auch nicht durch Dietriche geöffnet werden können, wie etwa ein Bügelschloss mit Schlüssel. Diesen Vorteil besitzen auch die modernen Chipschlösser. Allerdings ist es hier auch möglich, dass der Chipschlüssel abhanden kommen oder gestohlen werden kann. Teure Vorhängeschlösser mit speziellen Schlüsseln und Dietrichschutz bieten dennoch sehr hohe Sicherheit.

Das richtige Vorhängeschloss für den richtigen Gebrauch

Für die meisten Garagenbesitzer ist die günstige Anschaffung eines Vorhängeschlosses der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Bautypen. Sie sind so gut wie überall erhältlich und das bereits für wenige Euro. Vorhängeschlösser sind außerdem sehr einfach zu handhaben. Allerdings darf der Schein nicht trügen, denn nicht jedes günstige Schloss ist für jeden Verwendungszweck geeignet. Reicht ein wenige Euro teures Schloss für den Spind im Fitnessstudio vollkommen aus, sollte für den Einsatz eines Vorhängeschlosses an einer Garage definitiv mehr Wert auf den Sicherheitsfaktor gelegt werden. Das schlägt sich zwar auf der Rechnung nieder, aber sofern man sein Auto oder andere wertvolle Utensilien wie Gartengeräte oder Werkzeug sichern möchte, muss der Preis eine weniger entscheidende Rolle spielen. Hochwertige Vorhängeschlösser bestehen in der Regel aus widerstandfähigeren Metallen mit besonderen Legierungen. Der Bügel ist dicker und härter als bei günstigen Schlössern und gummierte Dichtungen am Schloss und Bügeleinlass verhindern das Eindringen von Wasser und Schmutz. Ein Rundbügelschloss bietet zudem eine geringe bis gar keine Angriffsfläche für Bolzenschneider oder Sägen.

Sind Bügelschlösser noch zeitgemäß?

Der Einsatz eines Bügelschlosses als Garagenschloss ist wie bereits erwähnt ausschließlich auf Flügeltore beschränkt, die in der modernen Garagentechnik allerdings nur noch selten verbaut werden. Zwar können hochwertige Bügelschlösser für funktionale Gebäude wie Unterstellplätze, Schuppen oder Gartenhäuschen und ältere Garagen verwendet werden. Bei modernen Garagen werden heutzutage aber größtenteils Sektionaltore verwendet, die entweder mit einem elektrischen Torantrieb durch eine Fernbedienung geöffnet und verschlossen werden, oder manuell zu öffnen sind. Oder es werden Stahl-Schwingtore eingesetzt, die mit einem Schlosszylinder mit Schlüssel verschlossen werden. Beide Varianten bieten ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Sektionaltore und ihre Schlösser müssten mit einem enormen Kraftaufwand zerstört werden, um sie aufzubrechen. Der Schlosszylinder eines Schwingtors aus Stahl ist oft mit Gegenstiften ausgerüstet, die Schutz vor dem aufschließen mit Dietrichen versprechen. Diese Schlösser werden auch in Wohnungs- und Haustüren verbaut. Auch wenn es also durchaus sichere Varianten der Bügelschlösser gibt, ist speziell im Bereich Garagenschloss eine Alternative zu empfehlen, die mehr Sicherheit garantieren kann.

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