26 Jahre Hundhausen-Bau GmbH Eisenach

Hundhausen Info

Vom Pionier der Wendezeit zur festen Größe im Bau

Vor über 25 Jahren gründete die  W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH ihre Tochterfirma in Eisenach

Nur ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer, am 14. Mai 1990, ist es amtlich: Die W. Hundhausen Bauunternehmung GmbH mit Sitz im südwestfälischen Siegen erhält den ersten Auftrag in Ostdeutschland. Für die Summe von 930.000 DDR-Mark soll der Eisenacher Bahnhofsvorplatz saniert und asphaltiert werden. Damit gehört Hundhausen zu den ersten westdeutschen Baufirmen, die einen Auftrag erhalten. Doch wie kommt ein Siegerländer Traditionsunternehmen eigentlich nach Eisenach?

„Wir wussten einfach: Da gibt es viel für uns zu tun“, erinnert sich Seniorchef Wilhelm A. Hundhausen an die turbulenten Zeiten kurz vor und nach der Wende. Und Kontakte in den Osten Deutschlands bestehen damals ohnehin: Die verstorbene Ehefrau des heute 78-jährigen stammt aus Bad Bibra nahe Naumburg an der Saale. Als der Bauunternehmer dann von einem lokalen Politiker den Hinweis bekommt, man möge Eisenach im Blick behalten, macht sich Wilhelm Hundhausen kurzerhand auf den Weg – und sondiert von Eisenach aus bis ins Erzgebirge hinein die Lage. „Wir haben zunächst einmal an Garagen gedacht“, erzählt Wilhelm A. Hundhausen. Denn die befinden sich in den meisten Plattenbausiedlungen weit ab von den Hauseingängen. Außerdem rechnen die Bauexperten danach mit einem regelrechten Autoboom. Tatsächlich reißen sich schon kurz nach der Wende viele DDR-Bürger darum, möglichst schnell ein „West-Auto“ zu bekommen – und wollen es möglichst sicher abstellen können.

Garagenbau und Fundamente für Wartburg-Produktion

Am 17. Mai 1991 wird die Hundhausen-Bau GmbH Eisenach gegründet; Hauptgeschäftsbereiche sind neben dem Bau von Stahlbetongaragen der Straßen-, Tief- und Industriebau. Ein damaliger Geschäftsführer findet ein geeignetes Grundstück – das 30.000 Quadratmeter große Betriebsgelände erwirbt Hundhausen von der Treuhand. Eine Werkshalle in der zuletzt standardisierte Betonteile hergestellt wurden, wandelt sich zu einer modernen Produktionsstätte für Garagen. Ein Kombi der Marke Wartburg dient als Werkstattwagen. Am 1. Juni verlassen die ersten Garagen die neue Produktion in Eisenach. Schnell finden sich Mitarbeiter aus der Region – unter anderem ist auch Gerhard Schneider, der spätere Oberbürgermeister von Eisenach (2000 bis 2006) - für Hundhausen tätig.

Straßenreparaturen und Fundamente für das Automobilwerk Eisenach (AWE) sowie der Bau der Gartenanlage Sonnenschein gehören zu den ersten Aufträgen der Straßen- und Tiefbauabteilung. Mangels D-Mark Liquidität der AWE kommt es auch zum Tauschgeschäft. Ein Maschinenfundament gegen einen Wartburg-Trans. Dieses Tauschauto steht auch heute noch zur Besichtigung in der Garagenausstellung an der Stregdaer Allee. Auch von der Stadt Eisenach gibt es ständig große und kleine Aufträge. So wird der Hauptsammler-Süd am Karlsplatz, Nikolai- und Alexanderstraße in den Jahren 1993 – 1995 in Arbeitsgemeinschaft mit dem Siegener Stammunternehmen ausgeführt. Das ist der erste Großauftrag für das junge Unternehmen in Eisenach.

Aus eins mach drei

Der zweite Standort von Hundhausen in Thüringen wird im Oktober 1991 Weida bei Gera. Der von der Treuhand übernommene VEB-Bau Gera Land wird in die Hundhausen-Bau GmbH Weida umgewandelt. Die wichtigsten Geschäftsbereiche sind zunächst der Bau von Wasserleitungen und Abwasserkanälen, Denkmalschutz, Zimmerarbeiten sowie der Industrie- und Gewerbebau. Schon Ende der 90er Jahre konzentriert sich der Hundhausen-Standort auf den Gewerbebau bis zur schlüsselfertigen Erstellung von Industrieanlagen und Handelsmärkten. Zum Ende des Jahres 1996 fusioniert die Hundhausen-Bau GmbH Weida mit der Hundhausen-Bau GmbH Eisenach. Das heutige „Dreigespann“ ist dann am 1. Januar 2012 komplett: Standort Nummer drei der Hundhausen-Bau GmbH Eisenach wird Hilmersdorf (Erzgebirge) im Freistaat Sachsen. Hier konzentriert man sich auf Hochwasserschutz, Wasser-, Tief- und Industriebau.

Mitarbeiter schreiben Erfolgsgeschichte mit

Zufriedene und motivierte Arbeitnehmer sind die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen: Seit 2006 besteht für die Hundhausen-Mitarbeiter an den drei Standorten Eisenach, Weida und Hilmersdorf die Möglichkeit, als stille Gesellschafter einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns zu erwerben. „Das lohnt sich für jeden, der mitmacht“, erklärt Seniorchef Wilhelm A. Hundhausen – seit der Einführung erhielten die beteiligten Mitarbeiter Renditen von durchschnittlich 8 Prozent. Zusätzlich zu der Verzinsung gibt das Unternehmen einen Zuschuss beim Kauf von Anteilsscheinen. Der Mitarbeiter braucht nur 70 % des Wertes bezahlen, 30 % gibt das Unternehmen dazu.

Ein Garagenturm bis in die Stratosphäre

Seit der Gründung im Jahr 1991 haben die Hundhausen-Mitarbeiter in Eisenach viel bewegt: Bis heute haben sie rund 15.100 Garagen gebaut. Würde man diese Garagen aufeinanderstapeln, würde der so entstandene Turm etwa 38 Kilometer in den Himmel ragen. Zum Vergleich: Der Extremsportler Felix Baumgartner sprang am 14. Oktober 2012 aus 39 Kilometern Höhe aus der Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre. Nach einer kurzen aber schmerzhaften Konsolidierungsphase bis kurz nach der Jahrtausendwende ist auch die Anzahl der Mitarbeiter fast kontinuierlich gestiegen: von 68 Mitarbeitern an zwei Standorten im Jahr 2004 auf 105 Arbeitnehmer an den drei Standorten Eisenach, Weida und Hilmersdorf im vergangenen Jahr. Auch mit der Bauleistung von insgesamt 28,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr zeigt sich Seniorchef Wilhelm A. Hundhausen mehr als zufrieden. Der Geschäftsführer ist auch heute noch zweimal in der Woche in Thüringen und Sachsen unterwegs, sein Sohn Stephan Hundhausen ist mindestens einmal pro Woche vor Ort in Eisenach. „Ende 2017 werde ich mich aus der Geschäftsführung zurückziehen“, kündigt der 78-Jährige an. „Neuer Geschäftsführer wird dann Maik Seiferth aus Gera, der schon langjährig den Standort Weida leitet.“ Der Diplom-Ingenieur wird die Geschäfte ab diesem Zeitpunkt gemeinsam mit Stephan Hundhausen führen.

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